Vertrauliche Spurensicherung
Wenn Sie von sexualisierter Gewalt betroffen sind, können Sie sich an eine geschulte Ärztin oder einen geschulten Arzt wenden. Im Vordergrund steht zunächst die medizinische Versorgung. Nur auf Ihren Wunsch kann auch eine vertrauliche Spurensicherung erfolgen.
Vertrauliche Spurensicherung bedeutet die gerichtsfeste Dokumentation medizinischer Befunde, die Folge sexualisierter oder häuslicher Gewalt sind sowie die Sicherung von Spuren (Abstriche, Tests, Blut- und Urinproben, Kleidungsstücke).
Der Vorteil der vertraulichen Spurensicherung besteht darin, dass Sie keine Anzeige erstatten müssen; die Ermittlungsbehörden (Polizei, Staatsanwaltschaft) werden in diesem Verfahren nicht einbezogen. Sie können sich in Ruhe überlegen, ob Sie gegebenenfalls später eine polizeiliche Anzeige erstatten möchten. Die Spuren werden vier Jahre lang aufbewahrt.
Die Finanzierung der vertraulichen Spurensicherung erfolgt durch die Kranken- und Ersatzkassen und gilt zunächst nur für gesetzlich Versicherte. Sie müssen daher nachweisen, dass Sie gesetzlich versichert sind. Im Weiteren erfolgt die Spurensicherung anonymisiert.
Der Freistaat Sachsen hat zur Umsetzung der vertraulichen Spurensicherung eine Vereinbarung mit den Kranken- und Ersatzkassen und Leistungserbringern sowie der Krankenhausgesellschaft Sachsen e.V. und der Kassenärztlichen Vereinbarung Sachsen geschlossen.
Sie können sich an folgende Einrichtungen wenden:
Klinikum Chemnitz
Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Flemmingstraße 4
09116 Chemnitz
Tel.: +49 371 333-22248 /-22249
Institut für Rechtsmedizin Dresden
Bautzner Landstraße 90
01324 Dresden
Tel: +49 0351 – 266 01 63
Universität Leipzig
Krankenhaus Freiberg
Zentrale Notaufnahme
Donatsring 20
09599 Freiberg
Tel.: +49 3731 77-2312
- Medizinische Soforthilfe Link führt zu Bellis e. V.
- Vertrauliche Spurensicherung: Sachsen stärkt Opferschutz bei sexualisierter Gewalt Pressemitteilung vom 31. März 2026